Tierversuche Beispiele Drucken E-Mail

für chemische Inhaltsstoffe von Kosmetika, Haushalts- und Reinigungsprodukten

Für jeden einzelnen chemischen Inhaltsstoff von Kosmetika, Haushalts- und Reinigungsprodukten wird bzw. wurde eine Reihe von Tierversuchen, sogenannte Verträglichkeitsprüfungen, durchgeführt. Dies sind äusserst grausame und schmerzhafte Tierversuche.

Die Versuchstiere vegetieren Tier neben Tier in kleinsten Käfigen ohne Beschäftigungsmöglichkeiten
Die Versuchstiere vegetieren Tier neben Tier in kleinsten Käfigen ohne Beschäftigungsmöglichkeiten

 

Folgend listen wir eine Auswahl dieser Tierversuche inkl. einer kurzen Erläuterung auf:


Akute Toxizität (Giftigkeit) bei einmaliger Anwendung, durch den Mund aufgenommen

Ratten oder Mäusen wird die Testsubstanz per Magensonde in den Magen gepumpt. Je nach Art und Menge des verabreichten Stoffes winden sich die Tiere stundenlang in Krämpfen und grossen Schmerzen, sie leiden an Durchfall, Fieber, Schüttelfrost oder Lähmungen.


Akute Toxizität (Giftigkeit) bei einmaliger Anwendung, über die Haut aufgenommen

Meistens Kaninchen wird die zu prüfende Substanz auf geschorene, teils aufgeritzte Haut aufgetragen. Dabei entstehen oft Hautreizungen, die zu schmerzhaften Entzündungen und Ekzemen führen.


Blutabnahme zur Untersuchung, ob die giftige Testsubstanz bis ins Blut gedrungen ist Die Haut wird geschoren und meistens eingeritzt, um danach die Testsubstanz in die Wunden einzureiben

Chronische Toxizität (Giftigkeit) bei wiederholter Anwendung

Nagetieren oder Hunden wird die Testsubstanz per Magensonde in den Magen gepumpt oder auf die geschorene, teils aufgeritzte Haut aufgetragen. Die Substanz wird diesen Versuchstieren regelmässig über mehrere Wochen bis zu 12 Monate verabreicht. Diese Versuche führen zu oben erwähnten schmerzhaften Wirkungen, und dies über einen sehr langen Zeitraum.


Augen-/Schleimhautreizung (Draize-Test)

Die Testsubstanz wird Kaninchen in die Augen geträufelt und teilweise eingerieben. Anschliessend wird über einen längeren Zeitraum die Entwicklung der Augenschädigung beobachtet. (Kaninchen sondern kaum Tränenflüssigkeit ab, deshalb bleibt die Substanz in praktisch voller Konzentration mindestens 24 Stunden lang in den Augen.) Je nach Art und Menge der Testsubstanz führt dies zu starken Entzündungen der Bindehaut und zu schmerzhaften Verätzungen bis zur vollständigen Zerstörung des Auges.


Typische Halterung für Kaninchen für den Draize-Test und andere grausame Tierversuche
Typische Halterung für Kaninchen für den Draize-Test und andere grausame Tierversuche

Hautallergietest (Hautsensibilisierungstest)

Meerschweinchen wird die Prüfsubstanz in die Haut gespritzt, um das Immunsystem der Tiere zu stimulieren. Löst die Testsubstanz bei nochmaligem Kontakt allergische Reaktionen aus, so kommt es zu schmerzhaften Hautentzündungen.


Absorptionstest (Hautabsorptionstest)

Die Testsubstanz wird Ratten auf die Haut aufgetragen. Die Tiere werden danach isoliert in sogenannten Stoffwechselkäfigen gehalten. Harn-, Kot- und meistens auch Blutproben der Tiere werden daraufhin untersucht, ob die Testsubstanz darin vorhanden ist. Die Versuchstiere können dabei an allen möglichen Krankheiten und Vergiftungssymptomen, die durch die hohe Menge der Testsubstanz ausgelöst werden, leiden.


Schädigungen des Erbguts

Hamstern, Mäusen oder Ratten wird die Prüfsubstanz gespritzt. Kurz danach werden die Tiere getötet, um ihre Zellen auf Veränderungen des Erbguts (DNA) zu untersuchen.


Die Versuchstiere dürfen sich an den schmerzhaft entzündeten Wunden weder kratzen noch lecken
Der Draize-Test führt zu Entzündungen, Verätzungen bis teils zum Verlust des Auges

Krebserzeugende Wirkung (Kanzerogenität)

Die Prüfsubstanz wird Ratten oder Mäusen verabreicht. Danach wird untersucht, ob die Tiere Tumore entwickeln.


Schädigung der Nachkommen (Teratogenität)

Die Substanz wird trächtigen Kaninchen oder Ratten verabreicht. Die Tiere werden zu verschiedenen Zeitpunkten der Trächtigkeit getötet, um zu beurteilen, ob der Stoff das Muttertier schädigt und/oder die normale Entwicklung der Nachkommen beeinflusst. Diese Tests können zu Missbildungen oder Totgeburten führen.


Schädigende Wirkung durch Sonnenlicht (Phototoxizität)

Meerschweinchen oder Ratten wird die Testsubstanz in die Haut gespritzt. Danach werden die Tiere über eine längere Zeit in enge Plastikröhren gesteckt (so eng, damit sie sich nicht bewegen können) und mit UV-Licht bestrahlt.


LD50-Test (Letale = Tödliche Dosis bei 50 Prozent der Tiere)

Einer Gruppe, meistens Ratten oder Mäusen, wird eine sehr hohe Menge der Testsubstanz per Magensonde in den Magen gepumpt, ins Futter gemischt, auf die Haut aufgetragen oder die Tiere müssen sie inhalieren. Über mehrere Tage wird dokumentiert, wie die Tiere Krämpfe, Lähmungen, Schädigungen der Organe und vieles mehr erleiden und schliesslich schmerzvoll sterben. Mit diesem Test wird festgestellt, bei welcher Dosis der Testsubstanz die Hälfte aller Tiere stirbt.

Glücklicherweise wird dieser Test für Kosmetika, Haushalts- und Reinigungsmittel nur noch selten in seiner vollen Grausamkeit durchgeführt.

Eine Ausnahme bildet hierbei Botox, wofür jährlich etwa 300 000 Tiere einen schmerzhaften und äusserst grausamen Tod erleiden müssen.


Anmerkung:

Bei vielen dieser Tierversuche werden die Versuchstiere in Gestellen festgeschraubt bzw. fixiert oder sie werden eingewickelt, u.a., damit sie die schmerzenden Wunden nicht lecken oder nicht an ihnen kratzen können. Dies versetzt die Tiere zusätzlich zu den Schmerzen noch in einen massiven psychischen Stress.

Diese Auflistung konnte mit freundlicher Unterstützung der Organisationen Ärzte gegen Tierversuche e.V. und Menschen für Tierrechte e.V. und erstellt werden.