in-vitro Testverfahren Drucken E-Mail

Tierversuchsfreie* Beispiele im Bereich der Verträglichkeitsprüfungen von Kosmetika

 

Akute Toxizität (Giftigkeit)

Mithilfe von menschlichen oder anderen Säuger-Zellkulturen lässt sich die Giftigkeit von kosmetischen und anderen chemischen Produkten untersuchen. Die Zellen reagieren sehr empfindlich und sterben bei Zugabe von giftigen Stoffen ab.


Hautreizungstest

Die Substanz wird an isolierter menschlicher Haut oder Zellkulturen menschlicher Hautzellen überprüft. Verschiedene Testsysteme, wie z.B. der EPISKIN-Test, sind im Handel erhältlich.


Mit automatisierten Testverfahren kann die Giftigkeit einer Substanz schnell, kostengünstig und zuverlässig überprüft werden
Mit automatisierten Testverfahren kann die Giftigkeit einer Substanz schnell, kostengünstig und zuverlässig überprüft werden

Augen-/Schleimhautreizung (Draize-Test)

Beim HET-CAM-Test wird die direkt unter der Schale eines bebrüteten Hühnereis liegende Haut, die Venen und Arterien, aber keine Nerven enthält, verwendet. Die zu testende Substanz wird auf die Haut geträufelt und die Reaktion beobachtet.


Schädigung des Erbgutes (Mutagenitätstest)

Beim Ames-Test (Mutationstest mit Bakterien) macht man sich die Tatsache zunutze, dass das Erbgut aller Lebewesen im Prinzip gleich aufgebaut ist. Erbgutveränderungen lassen sich auch in permanenten (unsterblichen) Zellkulturen von Säugetieren überprüfen.


Unter dem Mikroskop wird untersucht, ob die hinzugefügte Substanz zu einer Reaktion bei den Zellkulturen führt
Ein dreidimensionales Hautmodell wird mit Nährflüssigkeit beträufelt

Schädigende Wirkung durch Sonnenlicht (Phototoxizität)

Der 3T3-Neutralrot-Test beruht auf dem Prinzip, dass Zellen einer bestimmten permanenten Mäusezelllinie nach Zugabe einer schädigenden Substanz und UV-Licht-Bestrahlung nicht mehr in der Lage sind, einen roten Farbstoff aufzunehmen.


Frucht- oder keimschädigende Wirkung (Teratogenität)

Es gibt zahlreiche In-vitro-Tests, zum Beispiel mit isolierten Embryonen von Mäusen, Ratten oder Kaninchen (Embryokultur), mit unsterblichen Mäusezelllinien (Embryo-Stammzell-Test) oder mit Zellen von Mäuseembryonen (Limb Bud Micromass-Test).


Den in einer Mikrotiterplatte gewachsenen Zellen wird eine Testsubstanz hinzugefügt
Die gewonnenen Daten werden am PC erfasst und ausgewertet

Krebsauslösende Eigenschaften (Kanzerogenität)

Für den sogenannten Transformationstest werden Zellkulturen aus Hamsterembryonen oder Mäusezelllinien verwendet. Auch menschliche Leber- und Hautzellen eignen sich.


* Es ist uns bewusst, dass einige dieser Testverfahren auch nur Zwischenlösungen darstellen dürfen, da für diese Tests immer noch tierische Produkte oder Teile von getöteten Tieren verwendet werden. Wir befürworten aber diese Testverfahren als Zwischenlösungen, da diese Verfahren ganz klar zu massiv weniger Tierleid führen. Das Ziel muss aber klar sein, vollständig auf Tiere oder Teile von Tieren zu verzichten.

Diese Informationen wurden uns freundlicherweise von der Organisation Ärzte gegen Tierversuche e.V. zur Verfügung gestellt.